Die Situation unserer Sommer-Open-Airs

Liebe Kunden, liebe Ticketinhaber!

Viele Fans und Veranstalter haben derzeit wenig Hoffnung, dass es im Sommer 2020 große Open-Air-Konzerte in Bayern geben wird.

Vermeintliche Klarheit herrscht seit 15. beziehungsweise 30. April 2020, als Bundeskanzlerin Merkel und der Bayerische Ministerpräsident Söder angesichts der Corona-Pandemie verkündeten, dass „Großveranstaltungen“ bis 31. August 2020 nicht stattfinden können.

Was bedeutet das für unsere Open Airs 2020 auf der Plassenburg (14.-19.7.), am Dechsendorfer Weiher 25. & 30.7.) und auf der Bayreuther Seebühne (6.-10.8.)? Leider nichts Konkretes. Wir warten seither – und zwar auf eine schriftliche Verordnung der bayerischen Staatsregierung, wie sie andere Bundesländer längst erlassen haben. Nur für Bayern gibt es sie noch nicht.

Wir wissen derzeit weder, ab welcher Besucherzahl Veranstaltungen in Bayern als „Großveranstaltungen“ zu werten und daher verboten sind, noch wann tausende von Karteninhabern eine entsprechende Information erhalten. Was wir aber wissen: Das offizielle, behördliche Veranstaltungsverbot gilt in Bayern derzeit nur bis einschließlich 17. Mai. Es wird jeweils alle zwei Wochen verlängert.

Als Veranstalter sind wir aber darauf angewiesen, ein behördliches Verbot schwarz auf weiß vorliegen zu haben. Die Äußerung eines Politikers auf einer Pressekonferenz reicht nicht. Im Fall einer eigenmächtigen Absage eines Events ohne rechtliche Grundlage wäre der Veranstalter alleine in der Haftung. Das hätte für manche kleine und mittelständische Konzertveranstalter dramatische wirtschaftliche Folgen.

Der Veranstalter müsste bei einer eigenmächtigen Absage nicht nur, was selbstverständlich ist, den Besuchern die Tickets erstatten, sondern er müsste auch allen anderen ihren Schaden ersetzen. Er müsste die Künstlergage für ein gar nicht stattgefundenes Konzert bezahlen, die Miete für den Veranstaltungsort, sowie alle Kosten, die sich aus Verträgen mit Technikern und anderen Dienstleistern ergeben. Keine Versicherung würde den Schaden übernehmen.

Im Fall eines offiziellen und schriftlichen Veranstaltungsverbots durch die Behörden gilt dagegen „höhere Gewalt“: Den Besuchern werden weiterhin die Tickets durch den Veranstalter zurückerstattet, während Künstler, Vermieter und Dienstleister jetzt ihre eigenen Kosten, sofern vorhanden, selbst tragen. Auch eine eventuell vorhandene Ausfallversicherung würde im Falle höherer Gewalt einspringen.

Fazit: Wir können erst im Falle eines offiziellen, schriftlichen Verbots (und daraus abgeleiteter höherer Gewalt) eine Veranstaltung absagen, rückabwickeln und unseren Kunden zum Beispiel eine Rückerstattung ihrer Tickets anbieten.

Wir hoffen sehr, dass bald Klarheit herrscht für Konzertbesucher, Künstler und Veranstalter.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Manuel Kraus & Matthias Mayer
Geschäftsführer
MOTION Kommunikationsgesellschaft mbH